37.
Kongress der Ärztekammer Nordwürttemberg
Stuttgart, 1.-
3. Februar 2002
Fibromyalgie-Syndrom körperlicher Ausdruck einer psychischen Störung?
Dr. med. Angela v. Arnim, Erlangen
Beim
Fibromyalgie - Syndrom (FMS) handelt es sich um ein chronisches und
generalisiertes
Schmerzsyndrom. Frühere Bezeichnungen sind:
Fibrositis, Weichteilrheumatismus, generalisierte
Tendomyopathie.
Das FMS ist keine monofaktorielle Erkrankung, sondern ein Oberbegriff
für
chronische Schmerzsyndrome im Bereich der Muskeln und
Sehnenansätze. Aus klinischer Sicht
gliedert sich das
Beschwerdebild in 3 Hauptsymptomkomplexe:
• definierte
Schmerzen am Bewegungsapparat (nach ACR-Kriterien: chronisch
weitverteilte
Schmerzen, Überempfindlichkeit auf Druck an 11
von 18 bilateralen, definierten Punkten)
• multiple
vegetativ-funktionelle Störungen, z.B. Kälteempfindlichkeit,
Schlafstörungen, Colon
irritabile,
• psychische Symptome wie Angst und Depression.
Die
Symptomatik deutet auf eine übergeordnete, wohl zentralnervöse
Störung. Überlappungen
bestehen vor allem mit dem
„Chronic Fatigue Syndrome“ und mit der „Post
Traumatic Stress
Disorder“(PTSD).
Verschiedene
Erkrankungen können mit dem FMS einhergehen (konkomitantes oder
sekundäres
FMS), z.B. chronisch entzündliche
Erkrankungen (Lupus erythomatodes, chronische Polyarthritis). In
diesen Fällen bessern sich die Beschwerden in der Regel bei
Behandlung der Grunderkrankung.
Beim
primären FMS entwickelt sich das Beschwerdebild ohne begleitende
somatische Erkrankung.
Von diesem häufigen Krankheitsbild
insgesamt noch unklarer Ätiologie sind überwiegend Frauen
(im
Verhältnis 7:1) mittleren Alters betroffen. Durch
psycho-neuro-immunologische Untersuchungen,
u.a. mit der Substanz
P oder der HPA-Achse, verdichten sich jedoch die Hinweise auf eine
zentrale
Störung der Schmerz-Modulation im Sinne einer
Hyperalgesie, durch Senkung der zentralen
Schmerzschwelle, einer
generellen Hypervigilanz, sowie einer Allodynie, im Sinne einer
veränderten
und affektiv negativer bewerteten Verarbeitung
von besonders taktilen Reizen. Zu vermuten ist auch
eine
verstärkte Cortisol-Sensibilität.
Die
Prävalenz der Fibromyalgie liegt bei 3% in der Bevölkerung
(Raspe und Baumgartner, 1992), in
Rheumakliniken zwischen 10 und
20 % (Samborski und Andren, 1992).
Der versorgungsmäßige
Aufwand für diese Patienten ist enorm. Durch die diagnostischen
Schwierigkeiten wird der FMS-Kranke allmählich zu einem
schwierigen Patienten, der von Arzt zu Arzt
überwiesen wird,
wobei die diagnostischen Maßnahmen immer aggressiver werden und
die
Enttäuschung bei Arzt und Patient immer ausgeprägter
wird. Die Arzt-Patient-Beziehung ist auf diese
Weise
charakterisiert durch anfängliche Idealisierung und dahinter
versteckte Entwertungstendenzen
als vorwegnehmende
„Enttäuschungsprophylaxe“. Die Patienten sind in
hohem Maße auf eine
ausschließlich organische
Verursachung fixiert, da sie sich von vielen Behandlern als
Simulanten
verunglimpft sehen.
Einem
klassisch-psychotherapeutischen Zugang stehen die Patienten meist
ablehnend gegenüber.
Auf diese Patientengruppe hin
modifizierte und integrierte Gruppentherapieprogramme (Keel, 1987)
stellen zur Zeit die wichtigsten Behandlungselemente für
diese Patienten dar. Insgesamt ist bisher
noch ein Mangel an gut
geplanten, kontrollierten empirischen Therapiestudien zu verzeichnen,
die den
Kriterien der Evidence-Based-Medicine (EBM) standhalten.
Dr. A. v.
Arnim , Beitrag zum FMS-Syndrom 2
Ätiologische Studien zum
Fibromyalgie-Syndrom In den letzten Jahren hat eine Vielzahl
empirischer Studien die immense Bedeutung biographisch-
dispositioneller Aspekte sowie die psychosozialer Streßfaktoren,
z.B. zwischenmenschlicher Beziehungsstörungen, für die
Genese des FMS-Syndroms belegt. Im Vergleich z.B. zu rheumatoider
Arthritis ist die Komborbidität von FMS mit depressiven
Erkrankungen und Angststörungen signifikant höher. Auch
andere psychische Störungen, z.B. Somatisierungs- oder
Angststörungen treten signifikant gehäufter auf
(Piergiacomi, 1989; Rüger, 1994; Walker, 1997).
Einige Autoren (Hausötter, Kissel, 1998) plädieren sogar für die Ersetzung der Bezeichung Fibromyalgie durch „Somatisierungsstörung“ oder „somatoforme Schmerzstörung“. Rüger fand in einer empirischen Studie bei 2/3 der 74 Patienten eine gravierende seelische Störung. In der Studie von Walker, 1997 zeigten sich, anders als bei rheumatoider Arthritis. hochsignifikante Korrelationen zu Kindheitstraumata und Vergewaltigungen im Erwachsenenalter.
Goldberg et al (1999) untersuchten 90 Patienten mit chronischem Schmerz und fanden, daß alle Schmerzuntergruppen zumindest zu 48% in der Biographie eine Mißbrauchsgeschichte aufwiesen, dabei die Fibromyalgie-Patientinnen zu 64,7%, die Patientinnen mit myofascialem Schmerz zu 61,9%, die chronischen Gesichtsschmerz-Patienten zu 50%, die restlichen Gruppen zu 48,3%. Alle Untergruppen hatten in der Familiengeschichte eine Alkoholabhängigkeit. Die Autoren schließen daraus, daß traumatische Kindheitserfahrungen signifikant mit chronischem Schmerz in Verbindung stehen.
McBeth et al (1999) untersuchten 289 Personen, die in einem Streßfragebogen hohe Werte von psychischem Streß angegeben hatten und führten eine Tender-Point-Dolorimetrie durch. Sie fanden, daß die 99 Personen, die 5 oder mehr druckdolente Tender-Points aufwiesen, gleichzeitig niedrige Werte im Bereich Selbstfürsorge, dagegen hohe Werte im Bereich somatischer Symptome und Erschöpfung aufwiesen, sowie eine erhöhte Inanspruchnahme des Gesundheitswesens. Diese Personen berichteten gleichzeitig über eine substantiell erhöhte Rate von negativen Kindheitserfahrungen, besonders dem Verlust von Elternteilen, und von kindlichem Mißbrauch. Diese Ergebnisse wurden nicht durch die Anwesenheit des chronischen Schmerzes erklärt.
Anderberg
et al (2000) untersuchte 40 FMS-Patientinnen und 38 gesunde
altersentsprechende Frauen in Bezug auf negative life events. Die
Patientinnen-Gruppe wies in Kindheit und Adoleszenz zu 51% sehr
negative life events auf, im Gegensatz zu 28% in der Kontrollgruppe.
Wirtschaftliche Probleme und Partnerkonflikte im Jahr der
Untersuchung fanden sich bei 51% der Patientinnen und nur zu 24,5%
bei den gesunden Frauen.
In
eigenen Untersuchungen (v.Arnim, 1997) innerhalb einer
Behandlungsstudie an der Universität Erlangen bestätigten
sich die Ergebnisse der Ätiologie-Forschung zum Fibromyalgie-
Syndrom:
a) die Häufung von biographischen
Belastungsfaktoren: die überwiegende Zahl der Patientinnen der
Erlanger Untersuchung gaben in der Strukturierten Biographischen
Anamnese für Schmerzpatienten (MSBA, Egle, 1997) eine Fülle
von Kindheitstraumata an, z.B. körperliche und seelische Gewalt,
Unfälle, Vernachlässigung, früher Elterverlust.
Darüberhinaus war der Bildungsstand überwiegend niedrig,
die finanzielle Situation im Elternhaus kärglich, die
Patientinnen waren als Kinder oft einsam, häufig trat ein
Lieblingsspielzeug oder -tier an die Stelle einer bedeutenden
Bezugsperson.
b) die zentrale Rolle von interpersonellen Konflikten: Die Patientinnen klagten über erhebliche Ehekonflikte und mangelndes Verständnis des Partners, der häufig dem Elternteil ähnlich geschildert wurde, mit dem die Patientin gravierende Kindheitskonflikte berichtet hatte.
c) die hohe Komorbidität von Depression, gehemmter Aggressivität und masochistisch - zwanghaften Persönlichkeitszügen: Alle Patientinnen betonten, sie könnten nie ohne Arbeit und (perfekte) Leistung sein und schlecht Pausen machen, jedoch gut ohne Sexualität auskommen. Die meisten hatten eine Uterusexstipation oder Sterilisation hinter sich. Häufig wiesen sie in der Vorgeschichte chronische Unterleibsschmerzen auf.
Alle klagten über so starke chronische Erschöpfung, daß es z.B. nicht mehr möglich sei, eine Handtasche zu tragen. Die Mehrzahl von ihnen pflegten jedoch , z.T. rund um die Uhr, pflegebedürftige Angehörige. Einige versorgten die Kleinkinder ihrer berufstätigen erwachsenen Kinder und hatten Schwierigkeiten, sich gegenüber deren Forderungen abzugrenzen. Einige Patientinnen hatten schwere depressive Episoden in der Vorgeschichte, mittelschwere bei Behandlungsbeginn, der kleinere Teil der Patientinnen hatte eine Persönlichkeitsstörung.
Dr. A. v. Arnim , Beitrag zum FMS-Syndrom 3
d) die Bedeutung des Copingstils für den Verlauf der Erkrankung: Alle Patientinnen der Pilotstudie, die zum Teil schon jahrzehntelang an FMS erkrankt waren, neigten zur Vermeidung, zum einen von körperlichen Aktivitäten, zum anderen von freudebringenden Hobbys. Sie begrenzten sich auf Leiden und bestimmten ihre Identität überwiegend durch die Diagnose „Fibromyalgiepatientin“.
Durch
„Doktorshopping“ (bis zu 43 Ärzte in der
Vorgeschichte) wiederholten sie im Gesundheitswesen die
enttäuschenden Beziehungserfahrungen ihrer Herkunftsfamilie.
Auffällig waren auch die psychodynamischen Gemeinsamkeiten der
Patientinnen der FMSPilotstudie:
Häufig waren es
unerwünschte, bzw. in ihrem Geschlecht unerwünschte Kinder,
deren unbewußtes Lebensmotto hieß: „So, wie ich
bin, darf ich nicht sein.“ Die Beziehung zur Mutter wurde
ausnahmslos als konflikthaft beschrieben, die Mütter wurden als
hart, dominant, zum Teil körperlich mißhandelnd
geschildert, während die Väter als weich und einfühlsamer
bezeichnet wurden. Die Patientinnen sahen sich häufig als
Liebling des Vaters, der jedoch entweder chronisch krank und/oder
unterwürfig gegenüber der Mutter, und dadurch auch häufig
als ebenfalls enttäuschend geschildert wurde. Häufig
verstarb er früh und für die Patientinnen traumatisch. Die
Patientinnen organisierten ihr Leben als Erwachsene mit einer Haltung
der perfektionistischen Leistungsorientierung und masochistischen
Selbstüberforderung, Lebensmotto: „Ich werde nur
anerkannt, wenn ich mich für andere selbst ausbeute.“ Der
Auslöser der Erkrankung bestand oft in einer Bagatell-Erkrankung
(oft in Folge von Überlastung und Erschöpfung), bei deren
Behandlung sich die Patientinnen von Vertretern des
Gesundheitswesens, insbesondere Ärzten, mißverstanden,
fehldiagnostiziert und gekränkt fühlten, was für diese
Patientinnen ein überdurchschnittlich häufig auftretendes,
subjektives Krankheitsmodell darstellt („Die damalige
Fehldiagnose/Fehlbehandlung hat meinen Körper zerstört.“).
Die Krankheit entwickelte sich chronisch-fortschreitend, das Vollbild
des FMS war bei diesen Patientinnen verknüpft mit einem
veränderten Lebensmotto: „Nichts geht mehr.“, häufig
in Verbindung mit dem Wunsch nach Wiedergutmachung in Form eines
Rentenbegehrens. Eine weitere Auffälligkeit bestand in der
ausgeprägten Schwierigkeit dieser Patientinnen,
Körperempfindungen und Gefühle in Worte zu fassen. An die
Stelle dieser eingeschränkten Verbalisierungskompetenz trat die
ununterbrochene Schilderung der Schmerzsymptomatik. Es bestätigte
sich in der (körperwahrnehmungs-bezogenen) therapeutischen
Arbeit mit diesen Patientinnen die reduzierte propriozeptive
Eigenwahrnehmung und die damit in Zusammenhang stehende verminderte
Symbolisierungsfähigkeit (der Begriff ist hier semiotisch zu
verstehen, als die Fähigkeit, körperliche Zeichen der
Selbstwahrnehmung in sozial kommunizierbare symbolische Zeichen, d.h.
Worte, zu übersetzen). Am Beispiel einer
fibromyalgiespezifischen, integrierten Behandlungsstudie an der
Universität Erlangen („FIBS“), einer prospektiv -
kontrollierten und randomisierten differentiellen Studie, sollen
konkret die klinische Praxis und die Begleitforschung zu
Therapiemöglichkeiten für FMS-Patientinnen inklusiv
geeigneter Evaluationsinstrumente erläutert werden.
Seit drei Jahren werden in der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Erlangen-Nürnberg störungsspezifische ambulante Gruppentherapien für Patientinnen mit Fibromyalgie (überwiegend bei Frauen), durchgeführt. Es handelt sich um eine kontrollierte prospektiv - randamisierte differentielle Studie (kognitiv-verhaltenstherapeutische vs. körperbezogene Gruppentherapie), in deren Rahmen bisher insgesamt über 30 Patientinnen in 25 Gruppendoppelstunden mit kognitiver Schmerzbewältigungstherapie oder mit tiefenpsychologisch orientierter Körpertherapie behandelt wurden.
Folgende
Evaluationsinstrumente wurden verwendet:
Neben ausführlichen
tiefenpsychologischen Interviews sowie einer quantitativen
Verlaufsbetrachtung (Schmerztagebuch, BL, PDI, CSQ/FMS, SF 36, SOMS
u.a.) im prä/post-Vergleich sowie als ½- Jahres-Katamnese
und strukturierten Interviews (MSBA, SKID I und II) als
Basisdiagnostik, fertigten die Patienten Körperbildskulpturen an
(prä/post-Vergleich sowie ½-Jahres-Katamnese), die samt
begleitendem Interview qualitativ ausgewertet wurden.
Als Ergebnistrend der drei Therapiegruppen zeichnet sich ab: nahezu alle Patientinnen zeigten positive Veränderungen im Bereich des Selbstbildes mit dem Körperbild als Basis, entsprechend waren Verbesserungen im Bereich Lebensqualität und Schmerzverarbeitung festzustellen. Die genauen quantitativen Auswertungen stehen noch aus.
Die Frage im Titel dieses Beitrags müßte nach den Erfahrungen mit der Therapie dieser Störungsgruppe so beantwortet werden: FMS ist der körperlich-seelische Ausdruck einer bio-psychosozialen Störung, die nur mit einer integrierten Therapie, die alle diese Aspekte und Faktoren einbezieht und die Passung zwischen Patientin und ihrer individuellen Wirklichkeit einbezieht, wirksam behandelt werden kann.
Dr. A. v. Arnim , Beitrag zum FMS-Syndrom 4
Anhang:
Definition der Fibromyalgie
(Lautenschläger et al.,
1995):
Chronische generalisierte Schmerzerkrankung“, die mit druckschmerzhaften Sehnenansätzen, sog. „tender-points“, einhergeht. Klinisches Bild der Fibromyalgie:
diffuse und vielgestaltige Beschwerden:
unspezifische funktionelle Symptome (Spannungskopfschmerz, Migräne, funktionelle Atemstörungen, Colon irritabile, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, verschiedenste vegetative Symptome)
Primäres
Fibromyalgiesyndrom
Kriterien des American College of
Rheumatology (ACR):
- Schmerzen oder Steifigkeit in 3 oder mehr
anatomischen Regionen in mindestens 3 Monaten
- Fehlen
sekundärer Ursachen (z.B. Infekt)
11 von 18
charkteristischen Schmerzpunkten positiv
- subjektive
Gelenkschwellungen
- Mißempfindungen (Parästhesien)
-
Modulation der Symptomatik durch
körperliche Aktivität, Streß, Witterung
-
Schlafstörungen
-allgemeine
Ermüdbarkeit
-chronische Kopfschmerzen
-funktionelle
Abdominalsymptome
Interpretationsversuche
der Symptomatik der Fibromyalgie:
Als Konversion, d.h. als
körperliche Symbolisierung seelischer Konflikte (Weiss und
Englisch, 1943 im ersten Lehrbuch der psychosomatischen Medizin).
Konversion hier in dem Sinne, „dass
die Muskeln stellvertretend für die Patientin schmerzhaft
schreien“.
Von Zedwitz (1971) bezeichnete die Fibromyalgie als „Selbstüberforderungsneurose“.
Klußmann (1989) sah den psychodynamischen Kernkonflikt in einer chronisch gehemmten Aggression. Er fand auffällig häufig eine zwanghafte Charakterstruktur, die mit hysterischen Anteilen verbunden ist.
Ahlers et al. (1987) diskutierten die Fibromyalgie als Variante einer depressiven Erkrankung.
Tayler et al.(1995) sahen einen erhöhten Anteil dieser Patienten, die in ihrer Kindheit von Traumata, z.B. sexuellem Mißbrauch, betroffen waren.
Zielsetzung
von körperbezogener Psychotherapie
1. „Das Unbemerkte
im Körper wieder merken“ (v. Uexküll 1994), um einen
anderen Umgang mit sich selbst gewinnen zu können: Entdeckung
der proprioceptiven Eigenwahrnehmung.
2.
Umsetzung der körperlichen Wahrnehmung in Sprache:
•
Worte finden für wahrgenomme
körperliche Strukturen als „Ressourcen“
•
Verbalisierung von im Symptom
gebundenen emotionalen Blockierungen
Dr. A. v. Arnim , Beitrag zum FMS-Syndrom 5
• tiefenpsychologische
Bearbeitung von Traumata und Konflikten.
Focussierung der
körperlichen Wahrnehmung auf folgende Bereiche:
•
den Bezug zum Boden, zur Unterlage
• das
knöcherne Bewegungssystem
• die
Innenräume des Körpers
• die
Haut als äußere Grenze
Zugangsweg körperbezogene,
tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
- Zugang direkt über
die Wahrnehmung des erlebten Körpers (Propriozeption)
-
therapeutische Arbeit an körperlichen Bezugssystemen: Bezug zum
Boden („äußerer Halt“), Bewegungssystem
(„innerer Halt“), Haut („Schutz und Grenze“),
Körperhöhlen („innerer Raum“) und Atmung
(„Eigenrhythmus“)
-
Therapeutisches Berühren als dosierte, haltgebende „Spürhilfe“
möglich
- Stärkung früher, körpernaher
positiver Selbstgefühle („senses of self“, Stern
1985)
- Arbeit am Körperbild und unbewußten
„Körperselbst“
- Ressourcenorientierte Förderung
der Verbalisierung von Körperempfindungen, Möglichkeit zur
Re-Symbolisierung traumatisierter, abgespaltener Körperzonen
(„tote Zonen“, Plassmann 1993)
-
Methodisch zunächst keine direkte Arbeit am Symptom
-
Selbsthilfeförderung durch gegenseitiges „Behandeln“
der Patienten in der Gruppe
- Ständiges „Oszillieren“
zwischen somatischer, emotionaler und verbaler Ebene
(„Ebenenwechsel“, v. Weizsäcker 1959)
-
Tiefenpsychologische Arbeit an im Körpererleben gebundenen
Affekten und Konflikten
Korrespondenzadresse:
Dr. med. Angela v. Arnim, Internistin, Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin
Ltd. Oberärztin der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Universität Erlangen - Nürnberg Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen. Tel.09131 / 853 – 5927, Fax -4145
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