Die Wirkungen von gravierenden Schmerzen auf Partnerschaft, Kinder, Familie und Freunde sowie das Arbeitsleben ist extrem. Da sind oft schon kleine Aufgaben unüberwindliche Hindernisse, da muß eine Partnerschaft schon sehr stabil sein, um zu akzeptieren, das vom Partner keine Hilfe geleistet werden kann.

Ein strukturierter Tagesablauf ist für Schmerzpatienten sinnvoll. Darin ist zwingend eine Mittagspause von 1 bis 2 Stunden enthalten.

Falls eine Erwerbstätigkeit noch möglich ist, so sollte auf eine möglichst weitgehende Abschirmung von Reizen geachtet werden. EINE Aufgabe, auch wenn sie schwierig ist, wird meist von Schmerzpatienten bewältigt. Ein Telefonanruf, eine Nachfrage, schon wird das Leistungslimit (bei Schmerzstärke 8) überschritten, es kommt zur Schmerzstärke 9, dabei besteht völlige Handlungsblockade, es wird dann eine völlig reizfreie Zeit nötig, dadurch wird in der Regel eine Rückkehr zur Schmerzstärke 8 erzielt, damit ist eine Fortsetzung der Arbeit auch wieder möglich.

Es ist egal, ob ich meine Schmerzen daheim oder bei der Arbeit habe“
Ein strukturierter Tagesablauf ist im Arbeitsleben meist gegeben, muß ggfs. dem mittäglichen, extremen Ruhebedürfnis der Schmerzpatienten angepaßt werden. Dann ist die Arbeit durchaus ein Faktor zur Krankheitsbewältigung.
Meist läßt sich aber das Arbeitsumfeld nicht den zwingenden Bedürfnissen der Schmerzpatienten anpassen, eine Berentung ist dann leider Gottes die Folge. Nicht als Berufsunfähigkeitsrente sondern als Erwerbsunfähigkeitsrente, da ein Verweis auf bestimmte Tätigkeiten nicht möglich ist.

Nach dem Bundesgesundheitsministerium läßt sich der Grad der schmerzbedingten Schwerbehinderung am ehesten in der Gestaltung des Alltags ablesen.
Der auf dieser Webseite enthaltene Test „NPA Pain assessment“ wird diesen überaus wichtigen Kriterien gerecht.

In den Familien wird es schwierig:
Macht sich der Schmerzpatient zum ständig kranken, der versorgt werden muß?
Wird in der Familie die stark schwankende Leistungsfähigkeit akzeptiert?
Wird die Notwendigkeit der völligen Reizabschirmung akzeptiert? Auch dann, wenn der Partner eine wichtige Sache zu besprechen hat?

Es fehlt sicherlich immer noch an Selbsthilfegruppen für Schmerzpatienten und ihre Familien.
Aber wer soll sie leiten? Wo ist das Wissen zu Schmerzstörungen zu erlangen?
Da leben wir leider in einem Entwicklungsland.

Der „heiße Draht“ zwischen Betroffenen und den forschenden Wissenschaftlern muß gefördert werden.