Der Schmerzbogen mit besserer Grafik als PDF-Datei
Schmerzen beeinflussen den Erkrankten und sein Umfeld. Hier ist der Versuch, dies zu „objektivieren“, aber auch die Betreuung von Schmerzpatienten zu verbessern.
Dieser
Fragebogen soll unser Gespräch (Arzt/Patient) absolut
individuell ermöglichen. Im freien Gespräch fehlt natürlich
die Systematik, die sollte aber trotzdem gewahrt werden.
Leider
besteht auch die Notwendigkeit, die Anwendung womöglich sehr
teurer Therapien zu dokumentieren, dies soll ihren Arzt vor einem
Regreß bewahren. Ob dies in Zukunft noch möglich bleibt
ist durchaus fraglich. Zahlreiche Kollegen, die Schmerzpatienten
betreuen, sind durch Regreßverfahren schon jetzt in den Ruin
getrieben worden.
Ein wichtiger Hinweis: Sie sind bei einem Arzt
angekommen, der Sie, genauso, wie sie sind, akzeptiert. Schwere
Schmerzen führen zu schwerwiegenden Folgen, die alle
Lebensbereiche umfassen.
Viele Dinge verlieren ihre Belastung,
wenn sie ausgesprochen werden. Eine symmetrische Beziehung zwischen
Arzt und Patient ist wichtig. Dies bedeutet in der Sprache der
Politik eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe.
Als Arzt bin
ich quasi ein Dienstleister für Sie.
Ich werde Sie über
ihre Erkrankung und alle aussichtsreichen Behandlungsmöglichkeiten
informieren. Letztlich bin ich nur der Ratgeber, der Ihnen hilft, den
rechten Weg im Kampf gegen die Schmerzen zu suchen und zu
finden.
Viele Therapien haben Nebenwirkungen, in aller Regel ist
aber, insbesondere bei den schwer betroffenen Patienten, der Zugewinn
an Lebensqualität beträchtlich, die Bilanz der Therapie
eindeutig positiv. Aber jeder Mensch ist anders, jede Therapie muß
den Besonderheiten bei Wirksamkeit und Verträglichkeit eines
jeden Menschen angepaßt werden. Dafür haben wir Mund und
Ohren (nur einen Mund, aber 2 Ohren!) sowie unser
Vertrauensverhältnis.
Bitte tragen Sie Ihre persönlichen Daten ein:
Name: _____________________________________
Vorname: _____________________________
Geburtsdatum: _______________
NPA – Nenndorf Pain Assessment
Ausgefüllt am: ____________________________
Qualität
1+2:
Der aktuelle Stand: Wo tut es weh? Wie tut es weh?
Als
Patient werden Sie diese Frage nur mit Hilfe von Buntstiften,
Filzstiften oder eines 4-Farb-Kugelschreibers beantworten können.
Bitte brennende oder stechende Schmerzen sowie Hautgebiete mit Schmerz bei sanfter Berührung oder Temparatureinfuß in Form von Schmerzen in ROT einzeichnen. Ebenso bitte auch „elektrisierende“ Schmerzen in ROT einzeichnen.
Bitte dumpfe oder drückende Schmerzen in BLAU einzeichnen
Bitte pulsierende Schmerzen in GRÜN eintragen.
Falls Sie die Schmerzqualität nicht sicher benennen können, dann bitte die Schmerzgebiete in SCHWARZ einzeichnen.

Qualität 3: Wie stark tut es weh?
Bitte verwenden Sie für die Zuordnung die im folgenden schmerzbedingten Phänomene:
NPA
– Nenndorf Pain Assessment
Schmerzstärken:
0:
Völlig schmerzfrei
1: Kann bei Befragung Unbehagen angeben
2:
Fühlt beim Fehlen anderer Reize Schmerzen
3: Schmerzen, aber
völlig vom Schmerz ablenkbar und Leistungsfähig
4:
Schmerzen, aber Leistungsfähigkeit durch Schmerzen beeinflußt,
vom Schmerz aber dabei ablenkbar
5: Begrenzte Leistungsfähigkeit,
kann durch Aktivität die Schmerzen lindern
6:
Leistungsfähigkeit deutlich begrenzt, vom Schmerz kann aber
keine Ablenkung erzielt werden
7:
Einfache Tätigkeiten sind möglich, auch zusätzliche
Umweltreize werden noch toleriert
8:
Einfache Tätigkeiten können durchgeführt werden,
darüberhinausgehende Reizverarbeitung nicht möglich, dies
kann zu völlig unangemessenem Verhalten führen. Um dies zu
vermeiden sollten sich die betroffenen in dieser Situation wegen
einer „Unpäßlichkeit“ zurückziehen.
Sehstörung (unscharf, wie grau vernebelt).
9:
Schmerzbedingte Blockade aller körperlichen und geistigen
Aktivitäten, weitestgehende Handlungsunfähigkeit.
Verlängertes Ausatmen und Schließen der Augen werden von
den betroffenen zur Schmerzlinderung eingesetzt. Sehstörung
(unscharf, wie grau vernebelt) stark ausgeprägt.
10:
Schmerzsynkope (Bewußtseinsverlußt), bei speziellen
Erkrankungen auch extreme Bewegungsunruhe ohne Bewußtheit (z.
B. beim Cluster-Kopfschmerz)
Schmerzstärke:
aktuell:___
schwerster Schmerz der letzten 4 Wochen:___
im
Durchschnitt der letzten 4 Wochen:___
An einem durchschnittlichen Tag:
Stärke: __für____Stunden, Stärke: __für____Stunden,
Stärke: __für____Stunden, Stärke: __für____Stunden,
Stärke: __für____Stunden, Stärke: __für____Stunden
Qualität
4: Die Krankheitsdauer
Seit wann tut es weh?
_________________________
Schmerzbeginn plötzlich? Ja ___
Nein___
Durch Verletzung? Ja ___ Nein ___
Schmerzbeginn
schleichend? Ja ___ Nein ___
Schmerzausbreitung auf weitere
Körperregionen im Laufe der Zeit? Ja ___ Nein ___
Schmerzausbreitung in die gleichen Körperregionen auf der Gegenseite? Ja ___ Nein ___
Qualität
5:
Kompetenz der Betreuung.
Wieviel Zeit ist zwischen Schmerzbeginn und einer wirklich helfenden Therapie vergangen? __________________________________________
Waren sie als Folge der Schmerzstärke gezwungen über die verordneten Medikamente hinaus Alkohol oder Beruhigungsmedikamente einzunehmen? Ja ___ Nein ___
Haben Sie durch die Schmerzen die Hoffnung verloren? Ja ___ Nein ___
Hatten Sie Gedanken an eine Selbsttötung als Folge der Hoffnungslosigkeit? Ja ___ Nein ___
Qualität
6:
Einfluß der Schmerzen auf Beruf, Familie, Hobbys und
Freundschaften
Haben Sie durch die Schmerzstörung ihren Arbeitsplatz verloren?Ja ___ Nein ___
Oder ist schmerzbedingte Berentung erfolgt?Ja ___ Nein ___ oder angestrebt? Ja ___ Nein ___
Kann ihr Lebenspartner sich ihre Situation einfühlen?Ja ___ Nein ___
Belastet es Sie schwer, sich nicht mit gewollter Energie der Familie zu widmen zu können? Ja ___ Nein ___
Ist Ihre Ehe oder Partnerschaft als Schmerzfolge gescheitert? Ja ___ Nein ___
Falls
Sie Kinder haben:
Hat Ihre Erkrankung zur Distanz Ihrer Kinder zu
Ihnen geführt? Ja ___ Nein ___
Haben Sie die Kraft sich ehemaligen Hobbys zu widmen? Ja ___ Nein ___
Gelingt es Ihnen trotz der Schmerzen Freundschaften zu pflegen? Ja ___ Nein ___
Qualität 7: Die Zukunft
Haben Sie die Hoffnung durch zu erwartende neue Medikamente bessere Hilfe zu bekommen? Ja ___ Nein ___
Haben Sie Angst, daß als Folge von Einsparmaßnahmen Ihre Behandlung nicht dem Stand des wissenschaftlichen Fortschritts angemessen ist? Ja ___ Nein ___
Haben Sie in Form von Ärzten, Freunden, Familie, Selbsthilfegruppen die Möglichkeit sich vollständig aussprechen zu können? Ja ___ Nein ___
Fühlen
Sie sich mit Ihren Beschwerden alleinegelassen? Ja ___ Nein
___
Trauen Sie es sich zu, bei der Gründung und dem Erhalt
einer Selbsthilfegruppe mitzuhelfen? Ja___ Nein___
Ihr
Hausarzt/Schmerztherapeut kann aus Ihren Angaben ein Maß des
Chronifizierungsstadiums ermitteln.
Als Vertreter einer
„symetrischen“ Medizin, der gleichberechtigen
Kommunikation zwischen Arzt und Patient mache ich für Patienten
den Auswertungsschlüssel nicht öffentlich.
Warum? Ohne
die Hilfe Ihres Arztes können Sie das Ergebnis nicht korrekt
auswerten, Sie brauchen dazu den Arzt als Partner. Er wird Sie in
Abhängigkeit von womöglich neuen Therapieoptionen über
die erwarteten und erhofften Therapiefortschritte informieren.
Bitte
haben Sie Verständnis: Es gibt viele neue Medikamente, die
Hoffnung versprechen, aber jeder Mensch ist anders.
Ich hoffe
natürlich mit Ihnen auf neue Hilfen, bei recht vielen Patienten
klappt dies, ich wünsche auch Ihnen Linderung durch den
Fortschritt der Wissenschaft.
© Michael Blumenstein 05.05.2006
Dieser
Fragebogen steht ohne Beachtung eines Copyrights bei Quellenangabe
allen schmerztherapeutischen Kollegen zur Verfügung.
Die
Auswertungskriterien werden ausschließlich an Ärzte
versendet, ich bitte um ein Fax an die Nummer 05723-74667 auf einem
Privatrezept mit Arztstempel und Unterschrift oder einem Kassenrezept
mit Unterschrift, natürlich auch mit Angabe der Telefaxnummer
und/oder eMail.
Ich danke allen meinen Patienten (ab Schmerzstärke 7) für ihre Mithilfe.